Ist es wieder soweit… dann steigt das jährliche Spectaculum m Öjendorfer Volkspark in Hamburg. Termin ist dieses Jahr der 1.9. und 2.9. Und um einen kleinen Eindruck zu geben, gibts hier einen Bericht aus meinem alten Blog vom letzten Jahr:  

Moin moin,

Hier nun der Bericht vom Spectaculum in Hamburg Öjendorf. Am besten fange ich mal mit meiner Anreise an.

Freitag:

Mit Rucksack und Ausrüstung bin ich mit Bus und Bahn einigermassen gut bis zur Steinfurther Allee gekommen. Dort wusste ich allerdings nicht, wie ich nun bis zum Park laufen muss, also dachte ich mir, ich nehme mir ein Taxi. Aber der Mensch denkt und Gott lenkt. Der Taxistand war gähnend leer und die wunderschön verzierte Taxi-Rufsäule war kaputt. Also stand ich nun eine halbe Stunde lang an der Haltestelle rum, aber nix passierte. Zum Glück erschien dann ein anderer Marktteilnehmer, der mich dann mit dem Auto mitgenommen hat.

Endlich angekommen, war ich der erste meiner Gruppe, der am Platz ankam. Nun gut, dann geh ich mal einen Lagerplatz klarmachen. Gesagt, getan, erledigt. Zwischendurch ein Anruf aus dem ersten Auto, wir sind in einer halben Stunde da. Tja… nach einer dreiviertel Stunde war immer noch nix zu sehen, und schwupps war unser Platz wieder weg, was sich aber als Glück herausstellte! Endlich waren dann Rudi und Matthias angekommen und wir bekamen einen neuen Platz zugewiesen, mit Blick auf die Musikbühne 🙂

Also dann frisch ans Werk, Auto ausgeladen, Strohballen rangeschafft, ein Bier getrunken, Holzstämme rangeschleppt. Als wir drei damit fertig waren, kam der kleine Matze an, gutes Timing, denn die erste Arbeit war getan und uns blieb erst mal nichts weiter zu tun, als auf Katrin und Chris zu warten, die die Zelte mitbrachten. Zuletzt waren dann auch Anne und Janina endlich angekommen und eine gute Stunde später standen unsere drei Zelte, die Feuergrube war ausgehoben und das Freibier wurde ausgeschenkt.

Der Rest des Abends wurde recht fröhlich, wir sind alle auch relativ zeitig gegen 1 Uhr schlafen gegangen, aber an Schlaf war (ausser bei Janina) kaum zu denken. Die Musik dröhnte und dröhnte noch bis um 4 Uhr, Anne überrollte mich im Schlaf ungefähr 3 ½ mal und Janina schnarchte in etwa 120 Dezibel. (Ich glaube ich sollte beim nächsten mal sehr schnell rennen, wenn ich Janina sehe, denn das mit dem Schnarchen war gelogen.)

Samstag:

Ich bin so gegen 8 Uhr wachgeworden, aufgestanden und erst mal den nahen Wald inspiziert, wie man das morgens halt so macht. Danach noch in Ruhe die obligatorische Guten-Morgen-Zigarette geraucht und dann so gegen 9 den Rest mit meiner angenehmen wohlklingenden Brüllstimme geweckt. „Guten Morgen, aufstehen! Die Sonne zwitschert, die Vögel scheinen, das Feuer steht und die Zelte brennen!“ Was da als Antwort aus den anderen Zelten kam, war schwer zu verstehen, aus dem Hauptmannszelt hab ich nur das Wort „Wurfaxt“ verstanden und aus dem Zelt von Katrin, dem kleinen Matthias und Chris hab ich nur „ungesund“ verstanden. (Janina, Anne und ich waren natürlich schon wach.)

Der kleine Matthias hat dann mit roten verquollenen Augen das Feuer in Gang gebracht, danach wurde gefrühstückt mit sehr leckerem, sehr sehr würzigem Tilsiterkäse. (Chris, ich und Matthias, der kleine, wurden wegen diesem Käse vom Tisch ans Lagerfeuer verbannt). Um 10 Uhr machte ich mich dann zur Marktbesprechung auf und auf dem Rückweg hab ich fast nichts vergessen, was gesagt wurde.

Tjo, um 11 wurden dann die 100.000den Besucher eingelassen, die schon brüllend und randalierend vor den Absperrungen warteten. Es folgten ein paar Runden Kubb vor unserem Heerlager, danach eine Runde über den Markt, wo ich beim Schmied ein schönes Messer erstanden hab. Schliesslich konnten Rudi und ich uns nicht mehr davor drücken, das Mittagessen zu kochen, denn der gefrässige Gesichtsausdruck vom grossen Matthias war schon unheimlich, aber mir persönlich tat Anne am meisten Leid, weil sie warten musste, sie muss schliesslich noch wachsen. (Nun sollte ich das nächste Mal auch vor Matthias und Anne wegrennen.)

Nun gut, nach dem Mittagessen folgte dann die grosse Heerlager-Parade zum Turnierplatz, begleitet von den begnadeten Spielleuten von Cultus Ferox. An dieser Stelle schwirren mir Parolen durch den Kopf… aus „Jubelt! Jubelt!“ wurde mal eben „Apfel! Strudel!“, von irgendwo kam die Frage, wie viele wir getötet haben, ich hab „50!“ gerufen und der grosse Matthias rief noch „Und ein Frettchen!“ hinterher. Am Turnierplatz angekommen, wurden wir dann bald eingelassen. Eine Runde über den Turnierplatz, und dann ging es schnurstracks und laut brüllend und zeternd direkt zur Soldauszahlung am Heroldsturm. Der schmierige geizige Herold hat zwar rumgejammert, dass seine Frau soviel frisst und er deshalb nichts zahlen kann, aber nach einigem guten Zureden (Dann verkauf deine Frau! Das ist dein Problem! Usw.) wurden wir alle dann schliesslich mit je einer Silbermünze ausgezahlt, die auch gleich am nächsten Kirschbierstand versetzt wurde (Kirschbier war für mich eine Offenbarung!)

Es folgten wieder etliche Runden Kubb, diesmal mit Besuchern. Schliesslich ging es zusammen mit dem kleinen Matthias, Rudi und Anne zum Orga-Treffen des Pestumzuges. Ich hab mich mit Matthias als Mönch eingetragen, Anne als Nonne und der Rudi als Wache. Nach stundenlangem Textlernen (natürlich nicht, wir haben den Text 10 Minuten vorher eingeübt! Schliesslich mussten wir noch unsere Kehlen befeuchten!) ging es dann gegen 23 Uhr los.

Dank der Mönchskutte und der zugehörigen Kapuze habe ich absolut keine Ahnung, wo wir langgelaufen sind, ich hab mich einfach nur am Fackelträger vor mir orientiert und immer wieder nur die erste Textzeile gebrummt. 20 Minuten später war der Umzug vorbei und wir bekamen wieder jeder eine Silbermünze. Wieder kam mein Trinkhorn in Genuss von Kirschbier, aber bevor es dann schal wurde, habe ich es dann doch an unserem Lagerfeuer getrunken. Rudi machte uns dann darauf aufmerksam, dass es am Metstand lecker Hanfmet gibt. Dem konnte ich nicht widerstehen und abermals füllte sich mein Horn, was sich aber dann im Nachhinein als Fehler rausstellte, denn dieses Met hatte es in sich. Bald darauf hab ich mich ins Zelt geschleppt und bin gleich eingeschlafen. Die Nacht war recht stürmisch, aber gut eingepackt hat mich das nicht gestört.

Sonntag:

Ich bin wieder gegen 8 wachgeworden, diesmal war der Wald leider abgesperrt, also hab ich dann mit immer noch leichtem Seegang die Dixies angepeilt. Vor der Bühne sah es aus wie ein Schlachtfeld, aber es gab schon Kaffee. Es folgte wieder die erste Zigarette (an dieser Stelle ein grosses Dankeschön an unsere Nachbarn, die Midgard Skalden, fürs mitbringen), danach hab ich das Feuer wieder angemacht (Fackeln sind eine tolle Erfindung, vorausgesetzt es brennen schon andere Lagerfeuer!), habe Wasser geholt und dann unser Lager wieder sanft geweckt. (Leider hab ich unbeabsichtigt auch unsere Nachbarlager geweckt, hüstel).

Lagerbesprechung, Frühstück, Kubb. Im Gegensatz zu Samstag war das Wetter mehr als bescheiden, mein Umhang ist heute (Dienstag, 10:30 Uhr) noch nicht richtig durchgetrocknet. Aber davon liess ich mich nicht abhalten und schaute mir den Gaukler und danach den ersten Auftritt von Potentia Anime an (die Jungs sind klasse, die sind noch kaputter als ich!).

Dann kam das Mittagessen, gekocht von Chris und dem kleinen Matthias, danach wieder die Heerlagerparade, Kirschbier, Kubb. Mit den Hammaburger Strandpiraten hab ich dann eine Hexenjagd veranstaltet, wurde von den Wachen aufgehalten und zu guter Letzt konnte ich dann doch einen Gast-Hexer am Hexenbad abliefern. Später hab ich mir schliesslich das grosse Abendkonzert von Potentia Anime angeschaut und war abermals begeistert. Danach wollte ich mir vor der anderen Bühne Cultus Ferox ansehen, und ich hab mich schon gefreut, dass es nicht mehr regnet.

Kaum war ich angekommen, fing es dann wieder an mit dem Regen und ich suchte Zuflucht beim nächsten Bierstand. Dort kam ich noch einigermassen trocken an, bis ich dann dreimal das Wasser aus der Zeltplane abbekommen habe… Klitschnass dann wieder raus in den Regen, hab ich dann unser Lager angepeilt. Auf halber Strecke kam der Regen dann aber mit voller Kraft und ich fand Asyl unter einem Sonnensegel. Nun gut, nass bis auf die Knochen bin ich dann schliesslich in unserem Lager angekommen, habe den Regen dann ausgesessen und danach bin ich zum Durchtrocknen ans grosse Besucherfeuer gegangen (meinen Umhang habe ich schon am Vormittag abgeschrieben). Gegen 21 Uhr haben wir dann unsere Zelte abgebrochen und alles in den Autos verstaut. Rudi hat mich im Auto mitgenommen bis zur S-Bahn, und gegen 23 Uhr war ich dann in meinem ersehnten Bett.

Ich möchte mich bei allen für dieses tolle Wochenende bedanken, es hat grossen Spass gemacht und es war natürlich viel zu kurz. Ich freue mich schon aufs nächste Mal. Ausserdem entschuldige ich mich noch einmal für die Weckrufe morgens, das nächste Mal kommt das nicht wieder vor! Zu guter Letzt: Lasst uns schütteln die Hände!

Bis denn dann!

Silvio der „Dreckfink“ (Zitat von Potentia Anime)

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