Ich will jetzt nicht gross und breit drüber schreiben, wie nutzlos diese Statistik ist, darüber wird auf vielen anderen Seiten im Internet schon genug geschrieben. Ich möchte nur einmal noch dazu anmerken, dass auf dem Deckblatt des aktuellen Arbeitsmarktberichtes eine riesengroße Statistik aufgeführt ist, wonach die Arbeitslosenzahlen auf ein Neues gesunken sind. Schaut man sich aber auf den letzten(!) Seiten die Tabellen an, bemerkt der aufmerksame Leser, dass eigentlich gar keine Unterschiede gibt zwischen den hinzugekommenen Arbeitslosen und denen, die Arbeit gefunden haben. Wo kommen dann also die vielen neubesetzten Arbeitsplätze her, die uns diese Statistik glauben lassen will? Oder anders gefragt: Haben sich ungefähr 150.000 Arbeitslose einfach in Luft aufgelöst? Fragen über Fragen, und die Antwort liefert der Monatsbericht selbst auf den letzten Seiten, unter anderem:

„Mit dem dritten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (in Kraft seit 1. Januar 2004) wurde im § 16 SGB III klar gestellt, dass Teilnehmer in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarkpolitik prinzipiell nicht als arbeitslos gelten. Dies entsprach grundsätzlich der schon vorher angewandten Praxis; eine Änderung ergab sich allein für Teilnehmer an Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen, die bis Ende 2003 auch während des Maßnahmebesuchs als Arbeitslose gezählt wurden. Bei Vergleichen der Arbeitslosenzahl mit Daten vor 2004 ist das zu beachten.“

„Nach den Regelungen der §§ 428 SGB III und 252 Abs. 8 SGB VI müssen 58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung stehen und werden auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt.“

Und es gibt noch mehr solcher Regelungen, und bestimmt werden da noch mehr ausgetüftelt. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! Übrigens sind das dann immer noch rund 8 Millionen Arbeitslosesuchende, plus ein paar (von Definitionsbelangen) Zerquetschte. Am Schlimmsten finde ich allerdings, dass Pressemitteilung der Arbeitsagentur Nürnberg kommentarlos und offensichtlich ohne ein wenig Recherche vom Großteil der Medien nachgebetet wird.

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