… lief gestern auf NDR Info . Ich hab da zufällig reingezappt, wenn man bei Radio auch davon sprechen kann. Thema war: Die Linke und die SPD: Konkurrenten oder künftige Koalitionspartner?

Als Gäste waren am Mikrofon:

Prof. Dr. Wolfgang Methling, Oppositionsführer der Linken im mecklenburg-vorpommerischen Landtag, ausserdem im Bundesvorstand der Partei,

Heiner Bartling, der innenpolitische Sprecher der niedersächsischen Landtagsfraktion der SPD und

der Politologe Prof. Dr. Oskar Niedermayer von der TU Berlin anwesend.

Zuerst einmal ein paar allgemeine Anmerkungen zur Sendung von mir. Positiv ist, dass Zuhörer anrufen und den Politikern Fragen stellen konnten, und das über eine normale Hamburger Festnetznummer – keine teuren 0180er-Nummern, wie das allgemein im Radio eigentlich üblich ist. Die Fragen wurden auch recht ausführlich, wenn auch mit Phrasen seitens des SPD-Gastes, von den Angesprochenen beantwortet, wofür der Moderator aber natürlich nichts kann.

Inhaltliche Kritik muss ich aber an die SPD richten. Für mich hörte sich der Vertreter der SPD wie ein kleines Kind an, wenn er immer wieder betonte, dass die SPD keinesfalls mit den Linken koalieren werde. HerrBartling kritisierte zum Beispiel, dass die Linken kein Finanzierungskonzept für ihre Rentenpläne haben, woraufhin Prof. Methling ihn zu einem ausführlichem Gespräch über das Konzept der Linken einlud. Dies schlug Herr Bartling allerdings sehr rüde ab.

Herr Bartling jonglierte auch mit Begriffen wie Populismus herum, bewarf den Vertreter der Linken fast ausschliesslich nur mit Schmutz, während Prof. Methling sich zu jedem „Schmutzwurf“ absolut sachlich äusserte und nicht auf das Niveau eines Bartling herabstieg. In etwa antwortete er auf den Vorwurf des Populismus, dass die Linke keinen Populismus, sondern populäre Politik betreibt, was ein grosser Unterschied ist.

Auch verbreitete Herr Bartling weiterhin den Quatsch, dass nur noch 4 Mio Arbeitslose in Deutschland sind. An dieser Stelle wollte ich schon selber anrufen und Herrn Bartling fragen, warum man als „sozialdemokratische“ Partei denn solche Lügen, wenn nicht sogar bewusste Volkstäuschung, nötig habe, aber ich habe die Telefonnummer leider nicht notiert. Die Antwort darauf hätte mich sehr interessiert.

Schön fand ich auch einen Zuhörerkommentar, in etwa wie folgt: „Ich bin nicht blöd, Herr Bartling, ich kann durchaus selbst entscheiden, welche Partei ich wähle und ich kann auch Phrasen von Aussagen unterscheiden. Und wenn das Volk durch eine Wahl sagt, dass die SPD mit der Linken koalieren soll, dann hat die SPD sich danach zu richten.“

Dem habe ich nun auch nichts mehr hinzuzufügen, ausser dass der SPD-Vertreter seine Partei nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Die nächste Sendung höre ich mir auf jeden Fall wieder an. Ein dickes Lob an den NDR!

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