Archiv der Kategorie 'Hamburg'

Ahnungsloser Wahlkampf

Samstag Mittag in der Fussgängerzone hier in Rissen:

Ein Wahlkampfstand einer Partei (ich nenne hier keine Namen), 3 oder 4 Wahlkampfhelfer. Ich laufe gerade daran vorbei, als ich von zwei der Helfer angesprochen werde. Ob ich denn weiss, dass Europawahl ist, was ich bejahte, und ich möge doch bitte den Kandidaten der Partei wählen.

Als ich dann fragte, was der Kandidat denn für Ziele vertritt, wurden die beiden etwas unsicher, Helfer Nr. 1 ging zum Stand zurück und besorgte ein paar Prospekte, Helfer Nr. 2 konnte auch keine genaue Auskunft geben, stattdessen hat Helfer Nr. 2 immer wieder gesagt, dass die Europawahl wichtig sei.

Helfer Nr. 1 kam dann mit einem mittleren Stapel Prospekte zurück, daraufhin hab ich mich dankend verabschiedet. Inzwischen wackelt mein Tisch nicht mehr.

So wird das nix mit Wählerstimmen und Wahlmotivation, Jungs!

Entschuldigung, liebe Nachbarn

Sonntag Mittag, in der Küche…

…habe ich vergessen, dass ich Fleisch in der Pfanne hatte, Resultat: Die ganze Wohnung voller Qualm und Rauch und meine beiden Rauchmelder haben ihre Sirene zum Besten gegeben. Dank ausgeklügelter Durchzugsstrategie mit meinen Fenstern hab ich das schnell in den Griff bekommen.

Entschuldigung für den Krach, das nächste Mal lass ich mich beim Braten nicht vom Telefon ablenken. :-)

Neulich nach Feierabend

Ich stehe rauchend an der Bushaltestelle, wo mein Bus nach Hause fährt, neben mir ein Punker-Pärchen. Auf meinem MP3-Stick läuft In Extremo Live, moderate Lautstärke, trotzdem hör ich schon von weitem diese Dreiergruppe aus Jugendlichen. Erinnert mich irgendwie an Gorillas in der Brunft, lautstark unterwegs.

An der Bushaltestelle angekommen, wird erstmal übermütig gegen die Scheibe getreten, was demjenigen, der in meinem Blickfeld steht, einen kalten Blick meinerseits einfängt, der ungefähr folgendes vermittelte: Ich hatte einen schweren Arbeitstag, ich hab Stiefel mit Stahlkappen an und ihr möchtet bestimmt nicht, dass ich mich einmische, also lasst das bleiben. Leider sind die Typen auch noch in meinen Bus eingestiegen, hätten die nicht die andere Linie erwischen müssen? Habe schliesslich die Typen aus dem Auge verloren.

Die Heimfahrt verlief ansonsten ruhig und ereignislos, bis auf einen Gitarrenjauler in der S-Bahn, der sogar vom anderen Ende des Waggons durch die Dudelsäcke von In Extremo gedrungen ist. Demnächst dreh ich meinen MP3-Stick wieder voll auf, dann können mich gewisse Dreiergruppen und Möchtegern-Gitarrengötter getrost an die Füsse fassen, auch wenn das dann andere Fahrgäste eventuell stören mag, doch das wäre dann Kollateralschaden. (Aber rücksichtsvoll, wie ich bin, mach ich das sowieso nicht…)

Endlich eine rote Karte!

Gestern abend kam endlich der Anruf vom Buchladen, das Buch von Kirsten ist nun geliefert wurden.

Bin jetzt zwar erst bei Seite 40, weil ich gestern nicht viel Zeit hatte, aber soviel kann ich schon sagen: Es ist witzig geschrieben und ist auch was für Erwachsene, die ihr Englisch auffrischen wollen. Ich bin eigentlich sehr fit in Englisch, aber einige Vokabeln hätte ich nicht gewusst.

Und ein Foto von Kirsten ist auch drin! :-D

Nicht ohne meinen Douglas Adams

Ostermontag gegen 22 Uhr, Tatort Dorfkneipe, an der Bar.

Älterer Typ fängt an, sich über irgendwelche Polen auszulassen, die angeblich sein Auto geklaut haben. Alle Polen sind Autoklauer und Verbrecher etc, ich hab mich dann schliesslich auf eine Diskussion eingelassen.

„Alle Polen kommen nach Deutschland und klauen Autos,alle Engländer kommen nach Deutschland und klauen Hooligans, alle Holländer kommen nach Deutschland und klauen Gras, alle Franzosen kommen nach Deutschland und klauen Froschschenkel, alle Spanier kommen nach Deutschland und klauen unsere Stiere, alle Italiener kommen nach Deutschland und klauen unsere Pizza-Rezepte, alle Tschechen kommen nach Deutschland und klauen die Schneekoppe, alle Russen kommen nach Deutschland und klauen uns den Wodka, alle Dänen kommen nach Deutschland und klauen uns das Knäckebrot (und lügen nicht), alle Deutschen kommen nach Deutschland und klauen uns das Bier… halt moment mal, das sind ja wir, das stimmt ja gar nicht!“

So in etwa wollte ich argumentieren, allerdings hat mich dann ein Blick auf seinen Kneipenzettel eines besseren gelehrt, wahrscheinlich wäre das dann bei „Gott will es“ seinerseits geendet, woraufhin ich dann erstmal Gott hätte widerlegen müssen, und ich hatte meinen Douglas Adams (und mein Handtuch, Insider) nicht dabei.. darum hab ich mich darauf beschränkt, dass er nicht alle über einen Kamm scheren solle, und wenn er das trotzdem macht, dann soll er nicht nur rummeckern, sondern zur NPD gehen.

Nach wortgewaltiger und vor Ironie triefender Unterstützung einer lieben Freundin verlor er seinen roten Faden, verstrickte sich immer wieder in Widersprüche und nachdem er auf Klo war, meinte er es schliesslich nicht so. Interessant.

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